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Handwerkermeister
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Glossar

Fachbegriffe rund um Dach, Dämmung, Förderung und Bauvertrag, kurz und sachlich erklärt.

A

Abnahme

Die Abnahme ist die Erklärung des Auftraggebers, dass er die Bauleistung als im Wesentlichen vertragsgemäß annimmt (§ 640 BGB). Mit ihr werden in der Regel die Vergütung fällig und die Fristen für Mängelansprüche beginnen. Mängel sollten im Abnahmeprotokoll festgehalten werden.

Siehe auch: Gewährleistung, VOB/B

Asbestzement (TRGS 519)

Asbestzement ist ein Baustoff aus Zement und Asbestfasern, der früher häufig für Wellplatten und Dachplatten verwendet wurde. Herstellung und Verwendung sind in Deutschland seit 1993 verboten. Bei Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten an solchen Bauteilen gilt die Technische Regel für Gefahrstoffe TRGS 519; die Arbeiten dürfen nur Betriebe mit entsprechender Sachkunde ausführen.

Aufsparrendämmung

Bei der Aufsparrendämmung liegt die Dämmschicht oberhalb der Sparren, darüber folgt die Dachdeckung. Die Dämmung läuft durchgehend über die Sparren hinweg und vermeidet so Wärmebrücken. Sie wird meist bei einer Neueindeckung eingesetzt, weil dafür das Dach geöffnet wird.

Siehe auch: Zwischensparrendämmung, Untersparrendämmung, Wärmebrücke

B

BEG EM

BEG EM steht für Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen. Das Förderprogramm des Bundes unterstützt einzelne Sanierungsmaßnahmen wie Dämmung, Fenster oder den Heizungstausch. Die Konditionen ändern sich; der aktuelle Stand steht im Ratgeber zur Förderung.

Siehe auch: iSFP (individueller Sanierungsfahrplan), Energieberater

Belegreife

Belegreife bedeutet, dass ein Estrich so trocken ist, dass ein Bodenbelag aufgebracht werden kann, ohne Schäden durch Restfeuchte zu riskieren. Sie wird in der Regel durch eine Feuchtemessung nachgewiesen, bei Zementestrich per CM-Messung.

D

Dachneigung

Die Dachneigung ist der Winkel zwischen Dachfläche und Horizontale, angegeben in Grad. Sie bestimmt, welche Deckungen zulässig sind, denn jede Deckung hat eine Mindestdachneigung. Bei flachen Neigungen sind zusätzliche Maßnahmen gegen eindringendes Wasser nötig.

Siehe auch: Unterspannbahn

Dampfbremse

Die Dampfbremse ist eine Folie auf der Raumseite der Dämmung. Sie begrenzt, wie viel Wasserdampf aus der Raumluft in die Konstruktion gelangt, und schützt so vor Feuchteschäden. Oft übernimmt sie zugleich die Aufgabe der Luftdichtung.

Siehe auch: Luftdichtheit

E

Energieberater

Ein Energieberater bewertet ein Gebäude energetisch, empfiehlt Maßnahmen und erstellt Nachweise, zum Beispiel einen Sanierungsfahrplan. Für bestimmte Förderprogramme muss die Person als Energieeffizienz-Experte gelistet sein.

Siehe auch: iSFP (individueller Sanierungsfahrplan), BEG EM

F

First

Der First ist die waagerechte obere Kante, an der zwei Dachflächen aufeinandertreffen. Er wird mit Firstziegeln oder einem Firstblech abgedeckt und belüftet.

Siehe auch: Traufe, Ortgang

Flachdachabdichtung

Die Flachdachabdichtung ist die wasserdichte Schicht eines Flachdachs, zum Beispiel aus Bitumenbahnen, Kunststoffbahnen oder Flüssigkunststoff. Für die Planung und Ausführung von Dachabdichtungen gilt DIN 18531. Sie sollte regelmäßig kontrolliert und gewartet werden.

G

GEG / GModG

Das frühere Gebäudeenergiegesetz (GEG) heißt seit 29.07.2026 Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG). Es regelt die energetischen Anforderungen an Gebäude und ihre Heizungsanlagen; bei Sanierungen kann es Anforderungen an Wärmeschutz und Heizung auslösen. Die Nachrüstpflichten stehen jetzt in § 35, die Anforderungen bei Änderung von Bauteilen in § 36 GModG.

Siehe auch: U-Wert, BEG EM

Gewährleistung

Die Gewährleistung, rechtlich die Haftung für Mängel, gibt dem Auftraggeber Anspruch darauf, dass ein Mangel beseitigt wird. Die Frist beginnt mit der Abnahme; ihre Dauer richtet sich nach dem vereinbarten Vertragsrecht (BGB oder VOB/B).

Siehe auch: Abnahme, VOB/B

H

Heizlast

Die Heizlast ist die Wärmeleistung, die nötig ist, um ein Gebäude oder einen Raum bei der Auslegungstemperatur auf Solltemperatur zu halten. Sie wird nach DIN EN 12831 berechnet und ist die Grundlage für die Auslegung einer Heizung, besonders bei Wärmepumpen.

Siehe auch: Hydraulischer Abgleich

Hydraulischer Abgleich

Beim hydraulischen Abgleich wird das Heizsystem so eingestellt, dass jeder Heizkörper und jeder Heizkreis genau die Wassermenge erhält, die er braucht. Das vermeidet Über- und Unterversorgung und Strömungsgeräusche. Er ist bei vielen Heizungsmaßnahmen und Förderungen Voraussetzung.

Siehe auch: Heizlast

I

iSFP (individueller Sanierungsfahrplan)

Der individuelle Sanierungsfahrplan ordnet die energetischen Maßnahmen für ein Gebäude in eine sinnvolle Reihenfolge. Ein Energieberater erstellt ihn. Er kann bei der Förderung eine Rolle spielen; Bedingungen und Stand stehen im Ratgeber zur Förderung.

Siehe auch: Energieberater, BEG EM

K

Kehle

Die Kehle ist die Rinne, in der zwei Dachflächen in einem einspringenden Winkel aufeinandertreffen. Dort sammelt sich viel Wasser, deshalb ist sie besonders sorgfältig abzudichten und wird oft mit Blech ausgeführt.

Siehe auch: First, Traufe

L

Lattung und Konterlattung

Die Lattung besteht aus quer zu den Sparren verlaufenden Dachlatten, an denen die Dachziegel eingehängt werden. Die Konterlattung liegt senkrecht darunter, über den Sparren. Sie hält die Dachlatten und schafft einen Luftraum, der die Dachdeckung hinterlüftet.

Siehe auch: Unterspannbahn

Luftdichtheit

Luftdichtheit beschreibt, wie dicht die Gebäudehülle gegen unkontrollierten Luftaustausch ist. Eine fehlerhafte Luftdichtung führt zu Wärmeverlust und kann Feuchteschäden verursachen. Geprüft wird sie mit dem Blower-Door-Test.

Siehe auch: Dampfbremse, Wärmebrücke

M

Meisterbetrieb und Handwerksrolle

Die Handwerksrolle ist das bei der Handwerkskammer geführte Verzeichnis der selbstständigen Handwerker. In zulassungspflichtigen Handwerken (Anlage A der Handwerksordnung) setzt die Eintragung in der Regel die Meisterprüfung oder eine gleichwertige Qualifikation voraus. Ein Meisterbetrieb wird von einem Handwerksmeister geleitet.

O

Ortgang

Der Ortgang ist der seitliche Abschluss der Dachfläche am Giebel, also der Übergang von der Dachdeckung zur Giebelwand. Er wird mit Ortgangblechen oder Ortgangziegeln gesichert.

Siehe auch: First, Traufe

T

Traufe

Die Traufe ist die untere Kante der Dachfläche, an der das Regenwasser abläuft. Dort sitzt in der Regel die Dachrinne.

Siehe auch: First, Ortgang

U

U-Wert

Der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) gibt an, wie viel Wärme pro Quadratmeter Bauteilfläche und Kelvin Temperaturunterschied durch ein Bauteil fließt. Die Einheit ist W/(m²K). Je niedriger der U-Wert, desto besser dämmt das Bauteil.

Siehe auch: Wärmebrücke, GEG / GModG

Unterspannbahn

Die Unterspannbahn ist eine Bahn unterhalb der Dachdeckung, die eindringendes Wasser, etwa Flugschnee oder Kondenswasser, ableitet. Sie bildet eine zweite wasserführende Ebene unter den Ziegeln.

Siehe auch: Lattung und Konterlattung, Dachneigung

Untersparrendämmung

Bei der Untersparrendämmung wird eine zusätzliche Dämmschicht raumseitig unter den Sparren angebracht. Sie ergänzt oft die Zwischensparrendämmung und verringert Wärmebrücken über die Sparren. Sie reduziert allerdings die Raumhöhe.

Siehe auch: Zwischensparrendämmung, Aufsparrendämmung

V

VOB/B

Die VOB/B (Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen, Teil B) enthält allgemeine Vertragsbedingungen für Bauverträge. Sie gilt nur, wenn sie vereinbart wurde, und regelt unter anderem Abnahme und Mängelrechte. Teil C enthält die technischen Vertragsbedingungen für einzelne Gewerke.

Siehe auch: Abnahme, Gewährleistung

W

Wärmebrücke

Eine Wärmebrücke ist eine Stelle in der Gebäudehülle, an der mehr Wärme nach außen fließt als in der Umgebung, zum Beispiel an Sparren, Balkonplatten oder Fensteranschlüssen. Folgen sind Wärmeverlust und, bei kalten Oberflächen, Tauwasser und Schimmel.

Siehe auch: U-Wert, Luftdichtheit

Wärmedämmverbundsystem (WDVS)

Ein Wärmedämmverbundsystem ist ein aufeinander abgestimmter Fassadenaufbau aus Dämmplatten, Armierungsschicht und Putz, der auf die Außenwand aufgebracht wird. Die Bestandteile gelten als Gesamtsystem und sollten nicht beliebig gemischt werden.

Siehe auch: U-Wert, Wärmebrücke

Z

Zwischensparrendämmung

Bei der Zwischensparrendämmung füllt der Dämmstoff den Raum zwischen den Sparren. Die Dämmstärke ist durch die Sparrenhöhe begrenzt, und die Sparren selbst bleiben Wärmebrücken. Sie lässt sich oft von innen einbringen, ohne die Dachdeckung zu öffnen.

Siehe auch: Aufsparrendämmung, Untersparrendämmung

Zu Förderung und Kosten finden Sie aktuelle Informationen im Ratgeber zur Förderung, Antworten zu Ablauf und Datenschutz auf der Seite Häufige Fragen.