Was kostet es, ein Dach neu zu decken?
Für das Deckmaterial allein liegen die belegten Mittelwerte je nach Material weit auseinander. Betondachsteine und Falzziegel sind die gängigen Standardlösungen, Schiefer und Holzschindeln kosten ein Vielfaches. Die Werte des Baukosteninformationszentrums (BKI) gelten pro Quadratmeter Dachfläche, brutto, Stand 4. Quartal 2025.
- Betonsteindeckung
- ca. 43 €/m²
- Dachziegeldeckung, Falzziegel
- ca. 54 €/m²
- Bitumenschindeln
- ca. 53 €/m²
- Faserzementplatten, Doppeldeckung
- ca. 108 €/m²
- Schieferdeckung
- ca. 140 €/m²
- Holzschindeln
- ca. 162 €/m²
Quelle: BKI Baukosteninformationszentrum Deutscher Architektenkammern, zitiert von Bausparkasse Schwäbisch Hall („Dachsanierung: Kosten“, aktualisiert 20.09.2026). Stand der Daten: 4. Quartal 2025, brutto, statistischer Mittelwert. Werte schwanken regional und saisonal; verbindlich ist nur ein Angebot nach Besichtigung.
Diese Positionen enthalten nur die Eindeckung selbst. Bei einer Neueindeckung wird die Unterkonstruktion fast immer mit erneuert, und die alte Deckung muss herunter. Erst zusammen ergeben sich die Kosten pro Quadratmeter, die Ihr Angebot ausweisen wird.
Welche Arbeiten gehören zu einer Neueindeckung?
Eine Neueindeckung besteht aus Rückbau, neuer Unterkonstruktion, Eindeckung und Anschlüssen. Wer nur den Ziegelpreis vergleicht, unterschätzt die Summe deutlich.
- Gerüst stellen und Baustelle einrichten.
- Alte Deckung, Lattung und gegebenenfalls Unterspannbahn abnehmen und entsorgen.
- Sparren prüfen und bei Bedarf ausbessern oder verstärken.
- Unterspannbahn oder Unterdeckung verlegen, Konterlattung und Lattung montieren.
- Neue Eindeckung verlegen, Grat, First und Ortgang ausbilden.
- Anschlüsse an Kamin, Wände, Dachfenster und Gauben herstellen, Rinnen und Fallrohre anpassen oder erneuern.
- Dachbelag mit Unterbau abbrechen
- ca. 60 €/m²
- Dachlattung / Konterlattung
- ca. 17 €/m²
- Dampfbremse, Unterspannbahn
- ca. 13 €/m²
- Dachschalung
- ca. 42 €/m²
- Dachentwässerung horizontal (Rinne)
- ca. 120 €/m
- Dachentwässerung vertikal (Fallrohr)
- ca. 125 €/m
Quelle: BKI Baukosteninformationszentrum Deutscher Architektenkammern, zitiert von Bausparkasse Schwäbisch Hall („Dachsanierung: Kosten“, aktualisiert 20.09.2026). Stand der Daten: 4. Quartal 2025, brutto, statistischer Mittelwert. Werte schwanken regional und saisonal; verbindlich ist nur ein Angebot nach Besichtigung.
Welches Material passt zu Ihrem Dach?
Die Wahl hängt von Dachneigung, Statik, Optik und örtlichen Vorgaben ab – nicht nur vom Preis. In Bebauungsplänen und Gestaltungssatzungen sind Farbe oder Material teils vorgeschrieben. Schwere Deckungen können eine statische Prüfung des Dachstuhls erfordern.
| Material | Richtwert (BKI) | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| Betondachstein | ca. 43 €/m² | Standarddeckung auf geneigten Dächern, robust, große Formatauswahl |
| Tondachziegel (Falzziegel) | ca. 54 €/m² | Standarddeckung auf geneigten Dächern, farbbeständig |
| Bitumenschindeln | ca. 53 €/m² | Leichte Deckung, oft auf Nebengebäuden und flacher geneigten Dächern, benötigt Schalung |
| Faserzement, Doppeldeckung | ca. 108 €/m² | Moderne asbestfreie Platten, auch an Fassaden |
| Schiefer | ca. 140 €/m² | Regional typisch, aufwendige Handarbeit, sehr langlebig |
| Holzschindeln | ca. 162 €/m² | Regional und bei Baudenkmalen, hoher Pflegeaufwand |
Metalldeckungen aus Zink, Aluminium oder Stahl sind ebenfalls verbreitet. Dafür liegt uns kein Richtwert mit belegter Quelle vor; wir nennen deshalb keinen Betrag.
Muss ich beim Neudecken auch dämmen?
In den meisten Fällen ja. Wer die Dachdeckung ersetzt oder neu aufbaut, muss nach § 36 GModG (früher § 48 GEG) die Höchstwerte aus Anlage 7 einhalten. Für Dachflächen von Wohngebäuden sind das 0,24 W/(m²K), für Dächer mit Abdichtung 0,20 W/(m²K).
- Bagatellgrenze: Betrifft die Erneuerung nicht mehr als 10 % der Fläche der jeweiligen Bauteilgruppe, gilt die Anforderung nicht.
- Begrenzte Sparrenhöhe: Reicht der Platz zwischen den Sparren nicht, genügt die höchstmögliche Dämmschichtdicke mit einer Wärmeleitfähigkeit von höchstens 0,035 W/(mK).
- Jüngere Dächer: Wurde das Bauteil nach dem 31.12.1983 unter Einhaltung der damaligen Energiesparvorschriften errichtet oder erneuert, entfällt die Anforderung beim Ersatz der Deckung.
Die Einzelheiten und die Nachrüstpflicht für die oberste Geschossdecke erklärt der Ratgeber Dämmpflicht fürs Dach.
Gibt es Förderung für ein neues Dach?
Nur in Verbindung mit einer Dämmung. Die BEG-Richtlinie für Einzelmaßnahmen fördert die Dämmung von Dachflächen und Geschossdecken. Das Infoblatt zu den förderfähigen Maßnahmen zählt die Neueindeckung, die Lattung, die Unterspannbahn sowie Rinnen und Fallrohre zu den Arbeiten an einer geförderten Dachdämmung. Eine Neueindeckung ohne Dämmung ist deshalb nicht förderfähig.
Mit Dämmung erhalten Sie 15 % Zuschuss auf die förderfähigen Kosten, bis zu 30.000 € je erster Wohneinheit und Kalenderjahr. Die Dämmung muss dafür strengere Werte erreichen als gesetzlich gefordert: 0,14 W/(m²K) beim Schrägdach. Den Antrag stellen Sie vor der Auftragsvergabe. Mehr dazu im Ratgeber Dachsanierung: Förderung.
Was macht eine Neueindeckung teurer?
- Viele Details: Gauben, Kehlen, Grate, Dachfenster und Kaminanschlüsse.
- Schäden am Dachstuhl, die erst nach dem Abdecken sichtbar werden.
- Eine erforderliche Schalung, etwa bei Bitumenschindeln oder Schiefer.
- Asbestzement in der alten Deckung – Ausbau nur durch Fachbetriebe, siehe Asbestdach entsorgen.
- Schwierige Zufahrt oder Kran- und Gerüstsonderlösungen.
Wie gehen Sie am besten vor?
Klären Sie zuerst, ob gedämmt werden muss oder soll – davon hängen Kosten, Förderung und Ablauf ab. Der Dachrechner zeigt anhand Ihrer Adresse und weniger Angaben eine erste Kostenschätzung mit Förderung. Danach prüft ein Meisterbetrieb das Dach vor Ort.
Als neutraler Projektmanager koordiniert das Handwerker-Meister-Netzwerk Dachdecker, Spengler und bei Bedarf weitere Gewerke. Sie haben einen Ansprechpartner, einen Vertrag und eine Gewährleistung.
Was kostet Ihr Dach?
Der Dachrechner schätzt die Kosten Ihrer Dachsanierung anhand Ihrer Adresse und weniger Angaben – die Förderung ist berücksichtigt. Kostenlos und unverbindlich.
Häufige Fragen
Was kostet ein neues Dach pro Quadratmeter?
Für die Eindeckung allein nennt das BKI (Stand 4. Quartal 2025, brutto) etwa ca. 43 €/m² (Richtwert BKI, Stand 4. Quartal 2025) für Betondachsteine und ca. 54 €/m² (Richtwert BKI, Stand 4. Quartal 2025) für Falzziegel. Rückbau, Lattung, Unterspannbahn, Gerüst und Anschlüsse kommen hinzu.
Wird eine Neueindeckung ohne Dämmung gefördert?
Nein. Die BEG fördert die Dämmung. Die Neueindeckung zählt nur dann zu den förderfähigen Kosten, wenn sie Teil einer geförderten Dachdämmung ist.
Muss ich beim Neudecken dämmen?
Meist ja. Nach § 36 GModG gelten beim Ersatz der Dachdeckung die Höchstwerte der Anlage 7, für Dachflächen 0,24 W/(m²K). Ausnahmen gibt es bei kleinen Teilflächen bis 10 %, bei begrenzter Sparrenhöhe und bei Dächern, die nach dem 31.12.1983 energiesparrechtskonform errichtet oder erneuert wurden.
Welches Dachmaterial ist am günstigsten?
Unter den belegten BKI-Werten liegen Betondachsteine (ca. 43 €/m² (Richtwert BKI, Stand 4. Quartal 2025)) und Falzziegel (ca. 54 €/m² (Richtwert BKI, Stand 4. Quartal 2025)) am niedrigsten. Entscheidend sind aber auch Dachneigung, Statik und örtliche Gestaltungsvorgaben.
Quellen
- BKI Baukosteninformationszentrum Deutscher Architektenkammern, zitiert von Bausparkasse Schwäbisch Hall („Dachsanierung: Kosten“, aktualisiert 20.09.2026)BKI-Daten Stand 4. Quartal 2025, brutto; abgerufen am 13.10.2026
- § 36 GModG – Anforderungen an ein bestehendes Gebäude bei Änderungabgerufen am 13.10.2026
- Anlage 7 GModG – Höchstwerte der Wärmedurchgangskoeffizienten bei Änderungabgerufen am 13.10.2026
- Förderrichtlinie BEG Einzelmaßnahmen vom 17.08.2026 (BAnz AT 27.08.2026 B1)Fassung vom 17.08.2026, in Kraft mit Wirkung vom 21.07.2026; abgerufen am 13.10.2026
- BEG – Infoblatt zu den förderfähigen Maßnahmen und Leistungen (Sanieren), Version 11.0 (09/2026)Version 11.0 (09/2026); abgerufen am 13.10.2026




