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Dachsanierung: Kosten verstehen und richtig einordnen

Kosten · Redaktion Handwerker-Meister-Netzwerk · Aktualisiert am

Was kostet eine Dachsanierung?

Eine seriöse Pauschale pro Quadratmeter gibt es nicht – die Summe ergibt sich aus einzelnen Gewerken. Wer nur die Eindeckung erneuert, zahlt deutlich weniger als für eine Komplettsanierung mit Rückbau, neuer Unterkonstruktion, Dämmung, Rinnen und Dachfenstern. Deshalb arbeiten wir in diesem Ratgeber mit belegten Einzelwerten statt mit einer Gesamtspanne, deren Herkunft niemand nachvollziehen kann.

Die Werte unten stammen vom Baukosteninformationszentrum Deutscher Architektenkammern (BKI). Es handelt sich um statistische Mittelwerte aus ausgeschriebenen und abgerechneten Projekten, brutto, Stand 4. Quartal 2025. Sie schwanken regional und saisonal. Bei Einzelaufträgen, die Bauherren direkt vergeben, rechnet das BKI mit Zuschlägen.

Häufige Positionen einer DachsanierungRichtwert, kein Angebot
Dachbelag mit Unterbau abbrechen
ca. 60 €/m²
Dachlattung / Konterlattung
ca. 17 €/m²
Dampfbremse, Unterspannbahn
ca. 13 €/m²
Dachziegeldeckung, Falzziegel
ca. 54 €/m²
Aufdachdämmung, Holzfaser, bis 120 mm
ca. 77 €/m²
Zwischensparrendämmung, Mineralwolle, bis 220 mm
ca. 40 €/m²

Quelle: BKI Baukosteninformationszentrum Deutscher Architektenkammern, zitiert von Bausparkasse Schwäbisch Hall („Dachsanierung: Kosten“, aktualisiert 20.09.2026). Stand der Daten: 4. Quartal 2025, brutto, statistischer Mittelwert. Werte schwanken regional und saisonal; verbindlich ist nur ein Angebot nach Besichtigung.

Aus welchen Posten setzen sich die Kosten zusammen?

Die Kosten verteilen sich auf Vorbereitung, Unterkonstruktion, Dämmung, Eindeckung und Anschlüsse. Welche Posten anfallen, entscheidet der Zustand des Dachs. Typisch sind:

  • Gerüst und Baustelleneinrichtung – bei Arbeiten an der Eindeckung fast immer nötig.
  • Rückbau und Entsorgung der alten Eindeckung, Lattung und gegebenenfalls Dämmung; bei Asbestzement gelten Sonderregeln.
  • Unterkonstruktion: Konterlattung und Lattung, Unterspannbahn oder Unterdeckung, bei Bedarf eine Schalung.
  • Dämmung zwischen, auf oder unter den Sparren – oder der obersten Geschossdecke, wenn der Dachraum unbeheizt bleibt.
  • Eindeckung mit Ziegeln, Betondachsteinen, Schiefer, Metall oder Bitumen.
  • Spenglerarbeiten und Entwässerung: Rinnen, Fallrohre, Anschlüsse an Kamin, Gauben und Wände.
  • Dachfenster, Gauben, Dachausstieg – häufig der größte Einzelposten pro Stück.
  • Planung und Energieberatung, wenn Fördermittel beantragt werden sollen.
Rückbau, Entwässerung und FensterRichtwert, kein Angebot
Dachstuhl abbrechen
ca. 48 €/m²
Dachentwässerung abbrechen
ca. 16 €/m
Dachentwässerung horizontal (Rinne)
ca. 120 €/m
Dachentwässerung vertikal (Fallrohr)
ca. 125 €/m
Dachflächenfenster austauschen
ca. 2.620 €/Stück

Quelle: BKI Baukosteninformationszentrum Deutscher Architektenkammern, zitiert von Bausparkasse Schwäbisch Hall („Dachsanierung: Kosten“, aktualisiert 20.09.2026). Stand der Daten: 4. Quartal 2025, brutto, statistischer Mittelwert. Werte schwanken regional und saisonal; verbindlich ist nur ein Angebot nach Besichtigung.

Was kostet die Eindeckung je nach Material?

Das Material der Eindeckung bestimmt einen großen Teil der Kosten. Betondachsteine und Falzziegel liegen laut BKI in einer ähnlichen Größenordnung, Schiefer und Holzschindeln deutlich darüber. Hinzu kommt die Unterkonstruktion, die bei einer Neueindeckung in aller Regel mit erneuert wird. Ausführlich vergleicht der Ratgeber Dach neu decken: Kosten die Materialien.

Eindeckung nach MaterialRichtwert, kein Angebot
Betonsteindeckung
ca. 43 €/m²
Dachziegeldeckung, Falzziegel
ca. 54 €/m²
Bitumenschindeln
ca. 53 €/m²
Faserzementplatten, Doppeldeckung
ca. 108 €/m²
Schieferdeckung
ca. 140 €/m²
Holzschindeln
ca. 162 €/m²

Quelle: BKI Baukosteninformationszentrum Deutscher Architektenkammern, zitiert von Bausparkasse Schwäbisch Hall („Dachsanierung: Kosten“, aktualisiert 20.09.2026). Stand der Daten: 4. Quartal 2025, brutto, statistischer Mittelwert. Werte schwanken regional und saisonal; verbindlich ist nur ein Angebot nach Besichtigung.

Was kostet die Dämmung des Dachs?

Die Dämmung zwischen den Sparren ist die günstigste Variante, die Aufsparrendämmung die aufwendigste. Eine Zwischensparrendämmung mit Mineralwolle nennt das BKI mit ca. 40 €/m² (Richtwert BKI, Stand 4. Quartal 2025). Bei einer Aufsparrendämmung kommen Rückbau und neue Eindeckung hinzu; das BKI weist den Gesamtaufbau „Dachbelag mit Aufdachdämmung“ mit ca. 240 €/m² (Richtwert BKI, Stand 4. Quartal 2025) aus.

Bleibt der Dachraum unbeheizt, genügt oft die Dämmung der obersten Geschossdecke. Sie ist deutlich einfacher auszuführen und in vielen Fällen ohnehin gesetzlich vorgeschrieben – Details im Ratgeber Dämmpflicht fürs Dach. Technik und Kosten der Aufsparrendämmung erklärt der Ratgeber Aufsparrendämmung: Kosten.

Dämmung nach VerfahrenRichtwert, kein Angebot
Zwischensparrendämmung, Holzfaser, bis 220 mm
ca. 46 €/m²
Aufdachdämmung, PIR, bis 120 mm, mit Folie
ca. 115 €/m²
Unterdeckung, Holzfaser, bis 60 mm
ca. 57 €/m²
Dämmung oberste Geschossdecke, einfach
ca. 87 €/m²
Dämmung oberste Geschossdecke, begehbar
ca. 99 €/m²
Dachstuhl mit Zwischensparrendämmung
ca. 165 €/m²

Quelle: BKI Baukosteninformationszentrum Deutscher Architektenkammern, zitiert von Bausparkasse Schwäbisch Hall („Dachsanierung: Kosten“, aktualisiert 20.09.2026). Stand der Daten: 4. Quartal 2025, brutto, statistischer Mittelwert. Werte schwanken regional und saisonal; verbindlich ist nur ein Angebot nach Besichtigung.

Welche Faktoren treiben die Kosten nach oben?

Die größten Unterschiede entstehen nicht beim Material, sondern bei Dachform, Zugänglichkeit und verdeckten Schäden. Ein schlichtes Satteldach ohne Aufbauten ist einfacher zu decken als ein Walmdach mit Gauben, Kehlen und mehreren Durchdringungen.

  • Dachform und Details: Kehlen, Grate, Gauben und Anschlüsse erhöhen den Arbeitsaufwand.
  • Zustand des Dachstuhls: Feuchte- oder Schädlingsschäden an Sparren zeigen sich oft erst nach dem Abdecken.
  • Schadstoffe: Asbestzementplatten erfordern einen Fachbetrieb mit Sachkunde und eine gesonderte Entsorgung – siehe Asbestdach entsorgen.
  • Zugänglichkeit: enge Grundstücke, Kranbedarf oder Straßensperrungen.
  • Kamin, Solaranlage, Antennen: Rückbau, Anpassung oder Neuaufbau.
  • Zeitpunkt: Auslastung der Betriebe und Saison beeinflussen Angebote.

Welche Förderung senkt die Kosten?

Gefördert wird die Dämmung, nicht die reine Neueindeckung. Für Dämmmaßnahmen an der Gebäudehülle zahlt das BAFA nach der BEG-Richtlinie für Einzelmaßnahmen (in Kraft seit 21.07.2026) einen Zuschuss von 15 % der förderfähigen Kosten. Förderfähig sind bis zu 30.000 € für die erste Wohneinheit und Kalenderjahr, mit individuellem Sanierungsfahrplan (iSFP) bis zu 60.000 €.

Wird das Dach im Zuge der Dämmung neu gedeckt, zählen Neueindeckung, Lattung, Unterspannbahn und Rinnenarbeiten zu den förderfähigen Kosten. Der iSFP-Bonus von 5 Prozentpunkte wirkt seit dem 21.07.2026 nur noch ab 30.000 € förderfähiger Investition und nur auf den Kostenanteil oberhalb von 30.000 €. Alternativ zum Zuschuss gibt es den Steuerbonus nach § 35c EStG. Alles Weitere im Ratgeber Dachsanierung: Förderung.

Wie kommen Sie zu einer belastbaren Zahl?

Am schnellsten führt der Weg über eine Schätzung, die Ihr konkretes Dach berücksichtigt, und danach über ein Angebot nach Besichtigung. Bewährt hat sich diese Reihenfolge:

  1. Mit dem Dachrechner eine erste Kostenschätzung einholen – auf Basis Ihrer Adresse und weniger Angaben, die Förderung ist berücksichtigt.
  2. Klären, ob Dämmung vorgeschrieben ist und ob ein Sanierungsfahrplan (iSFP) sinnvoll ist.
  3. Vor-Ort-Termin: Ein Meisterbetrieb prüft Dachstuhl, Anschlüsse und Schadstoffe.
  4. Bei Förderung: Energieeffizienz-Experten einbinden und den Antrag vor der Auftragsvergabe stellen.
  5. Angebot prüfen, Auftrag erteilen, Ausführung und Abnahme begleiten lassen.

Das Handwerker-Meister-Netzwerk übernimmt diese Schritte als neutraler Projektmanager: ein Ansprechpartner von der Schätzung bis zur Abnahme, ausgeführt von geprüften Meisterbetrieben.

Was kostet Ihr Dach?

Der Dachrechner schätzt die Kosten Ihrer Dachsanierung anhand Ihrer Adresse und weniger Angaben – die Förderung ist berücksichtigt. Kostenlos und unverbindlich.

Häufige Fragen

Was kostet eine Dachsanierung pro Quadratmeter?

Eine belastbare Pauschale gibt es nicht. Das BKI nennt für Einzelpositionen Mittelwerte (Stand 4. Quartal 2025, brutto), etwa ca. 54 €/m² (Richtwert BKI, Stand 4. Quartal 2025) für eine Falzziegeldeckung oder ca. 240 €/m² (Richtwert BKI, Stand 4. Quartal 2025) für einen Dachbelag mit Aufdachdämmung. Die Summe für Ihr Dach hängt von Umfang und Zustand ab.

Sind Gerüst und Entsorgung in den Richtwerten enthalten?

Nein. Die BKI-Werte beziehen sich auf die jeweilige Leistungsposition. Gerüst, Kamin, Spenglerarbeiten und die Entsorgung kommen gesondert hinzu. Das BKI weist den Rückbau eines Dachbelags mit Unterbau getrennt aus.

Wird eine Dachsanierung gefördert?

Ja, wenn gedämmt wird. Das BAFA zahlt 15 % Zuschuss auf die förderfähigen Kosten der Dämmung, einschließlich der dafür nötigen Neueindeckung. Eine reine Neueindeckung ohne Dämmung wird nicht gefördert. Der Antrag muss vor der Auftragsvergabe gestellt werden.

Wie genau ist der Dachrechner?

Der Dachrechner liefert eine Ersteinschätzung auf Basis Ihrer Adresse und Ihrer Angaben. Den verbindlichen Preis nennt erst das Angebot nach einem Vor-Ort-Termin, bei dem ein Meisterbetrieb Dach, Unterkonstruktion und Anschlüsse prüft.

Quellen

  1. BKI Baukosteninformationszentrum Deutscher Architektenkammern, zitiert von Bausparkasse Schwäbisch Hall („Dachsanierung: Kosten“, aktualisiert 20.09.2026)BKI-Daten Stand 4. Quartal 2025, brutto; abgerufen am 13.10.2026
  2. Förderrichtlinie BEG Einzelmaßnahmen vom 17.08.2026 (BAnz AT 27.08.2026 B1)Fassung vom 17.08.2026, in Kraft mit Wirkung vom 21.07.2026; abgerufen am 13.10.2026
  3. BEG – Infoblatt zu den förderfähigen Maßnahmen und Leistungen (Sanieren), Version 11.0 (09/2026)Version 11.0 (09/2026); abgerufen am 13.10.2026
  4. § 35c EStG – Steuerermäßigung für energetische Maßnahmenabgerufen am 13.10.2026
  5. § 36 GModG – Anforderungen an ein bestehendes Gebäude bei Änderungabgerufen am 13.10.2026